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Die Innenausstattung im 18. Jahrhundert

Die wandfeste Innenausstattung des Schlosses aus dem 18. Jahrhundert ist trotz der vielen Zerstörungen und späteren Veränderungen bis heute ein herausragendes Beispiel des sächsischen Rokoko. Wie bei der Architektur von Schloss und Garten wirkten an der Ausgestaltung der Innenräume einige der bedeutendsten am Dresdner Hof engagierten Künstler der Epoche mit. In den Wandabwicklungen der wichtigsten Repräsentationsräume, wie Festsaal, Watteau- und Holländisches Zimmer werden Einfluss und Stil von Knöffel spürbar, der das sächsische Rokoko wesentlich prägte.

Die Interieurs sind in der Reihe der königlichen und Brühlschen Schlösser der zweiten Hälfte der augusteischen Ära zu sehen. Bis heute haben nur wenige Vergleichsobjekte mit ähnlicher künstlerischer Handschrift die Zeiten überdauert. Nur das königliche Jagdschloss Hubertusburg in Wermsdorf und die Brühlschen Schlösser in Nischwitz und Martinskirchen bieten sich als stilistische Referenzobjekte an, denn hier arbeiteten ebenfalls mehrere der für Altdöbern tätigen Künstler, die teilweise von Heineken für den Dresdner Hof entdeckt worden waren.

Er engagierte für die Ausstattung seines Schlosses Dresdner Hofkünstler, mit denen er bekannt war und die er selbst protegiert hatte. Darunter die Maler Stefano Torelli, Christian Wilhelm Ernst Dietrich, Joseph Krinner, Franz Karl Palko, die Bildhauer Pierre Coudray und Joseph Deibel sowie die Stuckateurwerkstatt des Giuseppe Bossi. Die wandfeste Dekorations malerei von Krinner, das Deckenbild von Palko sowie die Arbeiten der Stuckateure wurden vor Ort ausgeführt, jedoch wohl nicht die Leinwandbilder Dietrichs, der dafür bekannt war, solche Aufträge in Dresden zu realisieren. Ebenso trifft das wahrscheinlich auch auf die beiden kleinen verlorenen Plafonds in den Gartenpavillons und die Reliefmedaillons von Coudray im Festsaal sowie die Holzschnitzarbeiten der Deibelschen Werkstatt zu. Die Malereien des Bolognesen Stefano Torelli in den zwei Pavillons im Garten, von denen man nicht einmal mehr die Bildthemen kennt, gingen bereits im 19. Jahrhundert verloren. Heineken berichtet in seinen „Neuen Nachrichten“ von 1786 darüber: „Auch sind zwey Plafonds, welche er in zwey Cabinetten des Gartens zu Altdöbern gemalt hat, noch in der Niederlausitz von ihm vorhanden.“

Im Schloss selbst sind nur noch wenige Räume mit originaler Wandmalerei oder Stuck aus Heinekens Zeit erhalten geblieben. Diese vermitteln jedoch noch eine sehr gute Vorstellung von sächsischer Innendekoration des 18. Jahrhunderts, wie sie in Sachsen selbst kaum noch angetroffen werden kann.

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