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Der jardin des jeux im Park von Altdöbern

Der Gartenplan stellt östlich des Schlosses ein Areal dar, das in der Legende als Partie des Jeux avec la Promenade bezeichnet wird. Dort erkennt man Parterres und ein zentrales Bassin zwischen Laubengängen, ein Rondell, einen Gang, der auf einen Brunnen zuführt, sowie Wiesenstücke, auf denen Spielgeräte bezeichnet sind. Dieser Spielegarten ist, wie das Heckentheater, ein wesentlicher Bestandteil eines Lustgartens im Barock.

Dafür gab es mit dem Spielegarten in Pillnitz, dem Garten in Großsedlitz sowie dem Großen Garten und dem der Gräfin Moszynska in Dresden großartige Vorbilder. An zahlreichen Spielgeräten konnte man dort schaukeln, wippen, kegeln, beim Ringrennen oder Nachtschießen seine Geschicklichkeit erproben, in Gondeln und in Schlitten fahren. Heineken kannte diese heute nur noch in Spuren oder gar nicht mehr vorhandenen Anlagen.

Vergleichbar mit den Buden und Spielgeräten heutiger Jahrmärkte und Rummelplätze waren auch die Spielgeräte damals zumeist aus Holz gezimmert, mit Stoffen beschlagen, bemalt und vergoldet. Die Bauten wurden stark beansprucht und waren entsprechend kurzlebig.

Die Anlage von Schloss und Park verrät, dass sie nicht nur für die Bedürfnisse der Familie vorgesehen war, sondern dass Heineken mit hochrangigem Besuch rechnete – dem König und seinem Gefolge auf ihren Reisen zwischen Warschau und Dresden. Altdöbern war darauf vorbereitet, den Hofstaat standesgemäß zu empfangen. Neben zahlreichen geschmackvoll eingerichteten Räumen, Bewirtung mit Speisen und Getränken, Möglichkeiten zum Rauchen und Trinken in kleinerer Gesellschaft, Spazierengehen, Reiten oder Bootsfahrten gehörten in diesem Fall auch ein Naturtheater sowie ein Spielareal dazu. Das waren neben der Jagd und dem Fischen genau jene Arten von Zeitvertreib, die einem Fürsten angemessen waren.

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