Sitemap
Sie sind hier:   Home  /  Schloss und Park Altdöbern  /  Schloss Altdöbern – Baugeschichte

Schloss Altdöbern – Baugeschichte

Mitte des 18. Jahrhunderts ließ Heineken den alten Rittersitz Altdöbern durch Dresdner Hofkünstler prachtvoll ausbauen. Als Schloss wird er erstmals 1377 durch den Besitzer Walther von Köckritz bezeichnet. Um 1570 – 80 errichtete der kursächsische Beamte Hans von Dieskau einen Neubau, im Kern die bestehende Dreiflügelanlage. Das Renaissance-Schloss ließ General Alexander von Eickstedt um 1712 – 20 zum barocken Landhaus mit Putzgliederung, hohem Mansarddach und neuer Ausstattung umgestalten.

Heineken veranlasste ab 1749 eine umfassende Erneuerung, in enger Anlehnung an die von ihm verwalteten Bauunternehmungen des Grafen Brühl auf den benachbarten Gütern in Pförten (Brody) und Nischwitz sowie in Dresden. Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel hatte vermutlich die Leitung übernommen und an Mitarbeiter übertragen. Das Gebäude wurde um ein Geschoss mit neuem Mansarddach erhöht, wahrscheinlich der Keller in den Sockelbereich des Hofes erweitert und darauf zwischen den Flügeln der Altan errichtet. Im Inneren entstanden prächtige, mit Malereien, Stuckaturen und Vertäfelungen versehene Repräsentationsräume: Das Vestibül wurde um den Raum vor der neu eingebauten, 1750 von Joseph Krinner ausgemalten Haupttreppe erweitert. Daran anschließend entstanden im Obergeschoss Gesellschaftszimmer, deren Ausstattungen im Kleinen Tafelsaal sowie teilweise im so genannten Rosa-Boiserie-Zimmer erhalten geblieben sind. Den Höhepunkt bildete der Festsaal im Ostflügel. Die als Himmel bemalte Decke und die ursprünglich zahlreichen Fenster vermittelten eine lichte Offenheit. Einen besseren Blick auf die Gartenanlage gewährte der Altan, der Verbindung zum „Schilderykabinett“ Heinekens im Westflügel. Auch alle übrigen Räume erhielten Neuausstattungen.

Das Rokoko-Schloss hatte etwa 120 Jahre lang Bestand. Ab 1880 wurde es unter Heinrich von Witzleben und seiner Gemahlin Marie Reuß historistisch überformt. Dieses Erscheinungsbild bestimmen seither die neubarocke Sandsteinfassade und das begradigte Dach. Zwei kleine Türme an der Gartenseite, der Anbau mit Rundturm und die zweigeschossige Halle zwischenden Hofflügeln haben das Raumgefüge verändert und die alten Prunkräume verdunkelt. Die im 20. Jahrhundert eingetretenen Schäden werden seit 1996 im Auftrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durch eine umfassende Sanierung beseitigt.

PDF