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Carl Heinrich von Heinekens Schriften

Heineken veröffentlichte vor allem kunsthistorische Texte, aber auch wirtschaftliche, politische, rechts- und naturwissenschaftliche sowie philosophische Traktate. Zu einer seiner ersten Publikationen gehörte „Dionysius Longin vom Erhabenen“ (1737), entstanden in den frühen Dresdner Jahren. Mit seiner Longin-Übersetzung wies er fast 20 Jahre vor Winckelmanns „Gedanken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst“ (1755) und Lessings „Laookon“ (1766) auf die Bedeutung antiker Quellen hin.

1760 erschienen die „Nachrichten von der Beschaffenheit der Niederlausitz“ und 1773/74 die zweibändige Abhandlung „Nachricht und Beschreibung von verschiedenen Obstsorten, welche nunmehro in der Niederlausitz erbauet werden“.

Als Leiter der königlichen und Brühlschen Kupferstichsammlungen gab er 1753 und 1757 die Stichwerke der königlichen Galerie in einer zweibändigen Prachtausgabe heraus. Der „Recueil d’Estampes d’après les célèbres Tableaux de la Galerie Royale de Dresde“ enthält 100 Kupferstiche nach Meisterwerken der Dresdner Gemäldegalerie. 1754 veröffentlichte er mit dem „Recueil d‘Estampes d‘gravées d‘aprés les Tableaux de la Galerie et du Cabinet de S. E. M. le Comte de Bruhl“ die 50 besten Stücke aus der Gemäldesammlung des Premierministers.

Es folgten in zwei Bänden „Nachrichten von Künstlern und Kunstsachen“ (1768/69), die „Idée générale d’une collection complette d’estampes“ (1771), „Neue Nachrichten von Künstlern und Kunstsachen“ (1786) und die ersten vier Bände des „Dictionnaire des artistes, dont nous avons des estampes“ (1778-1790), eines neuartigen Künstlerlexikons.

Die „Nachrichten“ enthalten Lebensbeschreibungen und Werkverzeichnisse von verschiedenen Künstlern, beispielsweise das erste gedruckte Verzeichnis der grafischen Werke Christian Wilhelm Ernst Dietrichs, kunsttheoretische Aufsätze, Rezensionen und Reisebeschreibungen. Heineken behandelt als einer der ersten Kunstwissenschaftler die Anfänge der damals vernachlässigten deutschen Kunst. Dazu gehörte die Holzschnittkunst ebenso wie das Werk Lucas Cranachs. Einige seiner Werke blieben unveröffentlicht und befinden sich als Manuskript im Dresdner Kupferstich-Kabinett. Für die „Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und freyen Künste“, einer Gelehrten-Zeitschrift, verfasste Heineken Aufsätze und Rezensionen. Als Rezensent war er gefürchtet. Kritiker seiner eigenen Schriften attackierte er heftig. Er wurde auch „Diktator des guten Geschmacks“ genannt. Heinekens größter Erfolg war seine „Idée générale“, ein Handbuch mit Ordnungsprinzipien für grafische Sammlungen. Auch die Kupferstichsammlung des französischen Königs wurde in den 1770er Jahren nach diesen Empfehlungen geordnet.

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  1004  /  Zeitstrahl  /  Letzte Änderung April 5, 2017 von Martin Schuster  /