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Carl Heinrich von Heineken in der gelehrten Welt

Heineken war ein fleißiger Briefschreiber. Ein sehr lang andauernder Kontakt verband ihn mit dem Pariser Grafikhändler und Kunstkenner Pierre-Jean Mariette. Die beiden Connaisseurs tauschten sich über Zuschreibungsfragen und Qualität von Malerei und Grafik aus, lieferten sich wissenschaftliche Dispute und unter stützten einander bei ihren Lexikonprojekten. Mariette lieferte Heineken Texte für dessen Galeriepublikation. Beide handelten mit Grafik. Ein Teil der Druckgrafiken im Dresdner Kupferstich-Kabinett ist dieser Verbindung zu verdanken. Nach dem Tod Mariettes 1774 wurde Hugues-Adrien Joly, Direktor des königlichen Kupferstichkabinetts in Paris, Heinekens wichtigster Kontakt. Dieser half bei der Suche nach einem Verleger für die Publikation des „Dictionnaire“.

In diesem Zusammenhang trat er mit Johann Joachim Winckelmann in Kontakt. 1758 bat er um Auskünfte zu Künstlern in Rom, welche ihm Winckelmann vermitteln sollte.

Der Hannoveraner Staatsbeamte Georg Friedrich Brandes, ein bedeutender Buch- und Grafiksammler, unterstützte Heineken bei den Korrekturen und der Vervollständigung der Künstlereinträge.

Der Briefwechsel mit Jacob von Stählin, Staatsrat, Kunstkenner und Sammler in St. Peters burg, dokumentiert den Austausch über zeitgenössische Künstler und Kunsttransfer.

Die Aufenthalte Heinekens in Paris 1754, 1761 und 1769/70, seine Kenntnis der Pariser Sammlungen und seine Verbindungen zu französischen Sammlern, Schriftstellern, Kupferstechern und Verlegern waren Grundlage bei der Ausarbeitung seiner Schriften. Hier traf er Johann Georg Wille, Mariette, Henri Watelet, Augustin Saint-Aubin, Charles-Nicolas Cochin, François Basan und Charles Antoine Jombert.

Auf Reisen durch Deutschland und Holland besuchte er Bibliotheken, Bilder und Grafiksammlungen. In Holland sah er die Sammlung Pieter Cornelis Baron van Leydens, die heute wesentlicher Bestandteil des Rijksprentenkabinets in Amsterdam ist. In Hamburg lernte er Gotthold Ephraim Lessing kennen und blieb mit ihm in Kontakt. Der gesamte Briefwechsel Heinekens ist bisher nicht systematisiert und nur in Auszügen publiziert.

»… dass er [Heineken] sein Glück und seine Ehre von den beiden letzten Königen von Polen, sächsisch wie er, erhalten habe, und dass es wegen der Vereinigung von unendlich vielen literarischen und politischen Talenten und wegen der Liebe für die Künste er an seinem Hof das gewesen sei, was Colbert an dem unseren war.«

Hugues-Adrien Joly, 1787

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  1005  /  Zeitstrahl  /  Letzte Änderung April 5, 2017 von Martin Schuster  /