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Carl Heinrich von Heineken in Altdöbern

Heineken heiratete im Jahr 1742 die einzige Tochter des kurfürstlichen Hofküchenmeisters Johann Jacob Nöller. Mit Friederike Magdalene hatte er drei Kinder. Caroline Henrietta verstarb mit 21 Jahren am 10. Januar 1764 in Altdöbern. Friederike Magdalena heiratete am 23. Februar 1766 Günther von Bünau, einen Hauptmann aus Dresden. Der Sohn Carl Friedrich wurde am 20. November 1752 geboren und starb im Jahr 1815 auf seinem Gut in Waldow bei Golßen. Das Ehepaar scheint noch ein viertes Kind gehabt zu haben. Denn in einem Brief vom Oktober 1748 kondolierte Brühl zum Tod von Heinekens Sohn.

Durch die Protektion Brühls gelangte Heineken in den Besitz von Altdöbern. Im Rahmen der Nachlassversteigerung wurde das Gut 1746 an Sybille Charlotte Berndiß verkauft. Brühl ließ jedoch den Kauf bei der Oberamtsregierung in Lübben rückgängig machen, um das Anwesen für Heineken zu sichern. Nach Begleichung der Kaufsumme wurde zunächst Heinekens Schwiegervater der neue Besitzer. Zugleich erhielten Nöller und sein Schwiegersohn auf königlichen Befehl das Recht, als geborene Niederlausitzer behandelt zu werden. Diese Amtshandlung bestimmte fortan das schlechte Verhältnis zu den Niederlausitzer Ständen. Nach dem Tod Nöllers am 10. September 1749 wurde Heineken formal am 8. September 1751 zum Erb, Lehn und Gerichtsherrn auf Altdöbern, Klein Jauer und Muckwar. Heinekens Anwesenheit führte in Altdöbern zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. In die se Zeit fällt die schriftstellerisch kreativste Lebensphase des geborenen Lübeckers. Er pflegte viele Briefkontakte mit Gelehrten in ganz Europa und betrieb einen umfangreichen Kunsthandel.

Knapp drei Monate nach dem Tod seiner Frau starb der Kunstimpresario am 23. Januar 1791 fast erblindet und schwerhörig im Alter von 83 Jahren. Die Beisetzung fand in der herrschaftlichen Gruft der Altdöberner Kirche statt: „In der gelehrten Welt er löscht durch ihn ein Licht, das weit herum leuchtete“, wie die Zeitung vom 8. Februar 1791 berichtete.

Das Gut Altdöbern ging auf Sohn Carl Friedrich über, der es aus finanziellen Gründen 1797 verkaufen musste. Heinekens Vermächtnis besteht vor allem in seinen kunsthistorischen Abhandlungen und Aktivitäten in den königlichen sowie Brühlschen Kunstsammlungen. Der Regionalgeschichte ist er als fortschrittlicher Gutsbesitzer im Gedächtnis geblieben, davon zeugen noch heute drei sorbische Sagen: „Der Glücksring der Lutken“, „Die Krone im Altdöberner Schlosse“ und „Der Schatz im Schloss zu Altdöbern“.

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  1002  /  Zeitstrahl  /  Letzte Änderung April 5, 2017 von Martin Schuster  /