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Carl Heinrich von Heineken als Kunsthändler und Sammler

Zu Heinekens Lebzeiten war den wenigsten bewusst, dass der Kunstintendant des sächsischen Premierministers und des polnischen Königs nicht nur Kunstgelehrter und Schriftsteller war, sondern auch Kunsthändler. Heineken pflegte Kontakt zu den namhaftes ten Kunstexperten seiner Zeit. Künstler, Händler und Auktionatoren aus Paris, Venedig, Rom, Amsterdam, Berlin und Hamburg halfen beim Erwerb und Verkauf von erstrangigen Kunstwerken. Der Kunsthandel war für Heineken eine attraktive Einnahmequelle, vor allem nach den finanziellen Belastungen durch die Drucklegung der Kupferstichwerke und die infolge des Siebenjährigen Krieges weggefallenen Einnahmen. Vom beträchtlichen Umfang seiner Geschäfte zeugt der Handel mit den Bildern, die Heineken 1756 aus dem Depot der kurfürstlich-königlichen Gemäldegalerie erworben hatte. Diese wurden zum Teil in Paris und in Berlin weiter verkauft – einige davon gelangten in die Gemäldegalerie Friedrichs II.

In Dresden und später in Altdöbern unterhielt Heineken eine umfangreiche Bibliothek, die ihm als Grundlage für seine kunsthistorische Arbeit diente. Dementsprechend bildeten Bücher zu Leben und Werk einzelner Künstler sowie Kataloge privater Kunst und Grafiksammlungen den inhaltlichen Schwerpunkt. Diesen Buchbestand veräußerte Heineken schließlich an die Kurfürstliche Bibliothek in Dresden.

Zur Schlossbibliothek Altdöbern gehörte auch eine erlesene Sammlung von etwa 90 Inkunabeln, welche Heineken als Quellenwerke für seine „Nachrichten von Künstlern und Kunst-Sachen“ dienten. Die auf internationalen Buchauktionen teilweise teuer erworbenen Drucke des 15. und frühen 16. Jahrhunderts verkaufte er nach erfolgter Auswertung ebenfalls gewinnbringend an den Kurfürsten von Sachsen.

Insofern gebrauchte Heineken auch seine Büchersammlung unter dem Gesichtspunkt einer zweifachen Verwertbarkeit: Einerseits gewann er aus ihr die für seine druckgeschichtlichen Untersuchungen nötigen Erkenntnisse. Andererseits betrachtete er sie als eine Form der Kapitalanlage.

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  1006  /  Zeitstrahl  /  Letzte Änderung April 5, 2017 von Martin Schuster  /