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  • Carl Gottlieb Rasp nach Marcello Bacciarelli Carl Heinrich von Heineken. Vor 1763

Carl Heinrich von Heineken (1707-1791) – Herkunft und Dresdner Jahre

Carl Heinrich von Heineken wurde am 24. Dezember des Jahres 1707 in Lübeck getauft. Er entstammte einer künstlerisch geprägten Familie. Der Vater Paul Heineken war Porträtmaler, seine Mutter Catharina Elisabeth, geb. Oesterreich ebenfalls. Sie betrieb zudem einen Kunsthandel. Der jüngere Bruder Christian Heinrich, getauft am 27. Juni 1721, war als „Lübecker Wunderkind“ berühmt.

Heineken studierte seit 1724 Rechts- und Literaturwissenschaften an den Universitäten Leipzig und Halle. Um 1730 trat er eine Stelle als Hauslehrer beim befreundeten Hofpoeten Johann Ulrich König in Dresden an und wenig später bei Minister Graf Alexander von Sulkowsky. 1739 wurde Heineken zum Privatsekretär und Bibliothekar in die Dienste des Kabinettsministers Graf Heinrich von Brühl berufen. Als erster Sekretär war er vordergründig mit der Verwaltung und Organisation der Brühlschen Besitzungen beschäftigt. Es folgte die Ernennung zum General Accise Sekretär, zum Kammerrat und Oberamtsrat am sächsischen Hof. Nach dem Ableben des Hofarztes Johann Heinrich Heucher 1746 wurde Heineken von König August III. zum Direktor des königlichen Kupferstichkabinetts ernannt. Eine maßgebliche Aufgabe Heinekens bestand in Ankäufen und dem Ausbau der Grafiksammlung, er organisierte ein europaweit operierendes Kunstagentennetz, welches aus Diplomaten, Kunsthändlern, Malern, Kunstkennern und Gelehrten bestand. Heineken arrangierte zudem den Ankauf zahlreicher bedeutender Gemälde für die königliche Bildergalerie. Kunstwerke von Weltrang kamen aus ganz Europa nach Dresden, darunter Correggios La famossissima Notte und Raffaels Sixtinische Madonna. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wurde er 1754 am französischen Hof empfangen. Ihm zu Ehren ließ man die Wasserspiele von Versailles in Gang setzen. Bereits 1749 war er für seine Verdienste in den Reichsritter stand erhoben worden.

In Dresden bewohnte Heineken ein Haus direkt im Zentrum am Taschenberg südöstlich des Zwingers. Das Wohnhaus war unmittelbar mit dem Zwinger durch eine Tür verbunden, die Heineken durchbrechen ließ. Damit hatte der Direktor einen direkten Zugang zum königlichen Kupferstichkabinett.

Der Siebenjährige Krieg veränderte Heinekens Situation. Der König und Brühl flohen nach Warschau. Heineken, als Vertrauter Brühls, wurde von den Preußen 1756 zunächst im Dresdner Rathaus arretiert. Nach dem Ende des Krieges verhafteten die Sachsen Heineken. Seiner Ämter enthoben, wurde gegen Heineken wegen Veruntreuung prozessiert. Der König und sein Minister Brühl waren zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben. Das langwierige Gerichtsverfahren endete mit einem Freispruch des Altdöberner Schlossherrn, aber verbunden mit der Auflage, Dresden zu verlassen.

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  1001  /  Zeitstrahl  /  Letzte Änderung März 29, 2017 von Martin Schuster  /